12. Februar 2020
Ausbildungsverträge

Zahlen im Südwesten weitgehend stabil

Industrie, Handel und Dienstleister ringen weiter um Auszubildende.
Die Bilanz bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen in Baden-Württemberg bleibt auch 2019 weitgehend stabil. Rund 45.100 Azubis sind im vergangenen Jahr in eine gewerblich-technische oder kaufmännische Ausbildung gestartet. Das ist ein Minus von 2,6 Prozent im Vergleich zu 2018 mit ca. 46.300 neu registrierten Ausbildungsverträgen.

„Dass wir trotz immer weniger Schulabgängern nur eine leichte Delle bei der Zahl der neuen Azubis haben, zeigt das große Engagement und die Bereitschaft der Betriebe, weiterhin auszubilden“, sagt Marjoke Breuning, Vizepräsidentin des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags (BWIHK) und Präsidentin der IHK Region Stuttgart, der bei Ausbildungsfragen federführenden Kammer im Land.

„Wir möchten auch in Zukunft junge Menschen davon überzeugen, eine Ausbildung zu machen. Mit einer Berufsausbildung haben sie tolle Aussichten auf einen erfolgreichen Start ins Berufsleben. Und für die Betriebe ist und bleibt die Ausbildung der Königsweg, um an gute Fachkräfte zu kommen“, so Breuning.

Auch in der Kernregion Stuttgart bleibt die Zahl der Neueintragungen bei gewerblich-technischen und kaufmännischen Ausbildungsverhältnissen stabil. Rund 10.500 Ausbildungsverträge wurden dort im Jahr 2019 neu geschlossen. Das sind ebenfalls 2,6 Prozent weniger als im Vorjahr mit ca. 10.800 neuen Azubis. Laut Arbeitsagentur sind 2019 mehrere Tausend Lehrstellen in Betrieben aus Industrie, Handel und Dienstleistung landesweit unbesetzt geblieben.

Vizepräsidentin BWIHK Marjoke Breuning.

Wie die jährliche BWIHK-Umfrage bei rund 1.900 Ausbildungsbetrieben im Südwesten im vergangenen Jahr zeigte, ist eine der häufigsten Ursachen dafür der Mangel an geeigneten Bewerbungen. Um noch mehr Schülerinnen und Schüler für eine Berufsausbildung zu gewinnen, setzen die Kammern im Land auf Ausbildungsbotschafter. Das sind Auszubildende, die in den Schulen praxisnah über ihren Ausbildungsberuf und ihren betrieblichen Alltag berichten.

Zudem werden durch Bildungspartnerschaften zwischen Unternehmen und Schulen Unternehmensbesuche und Praktika von Schülerinnen und Schülern ermöglicht. So wird der Kontakt zwischen Betrieben und Schulen zum gegenseitigen Vorteil intensiviert. Tausende solcher Partnerschaften sind im Land aktiv.