Die informelle Tagung stand unter dem Leitspruch „Rethinking European Industry" und setzte inhaltliche Schwerpunkte in den Themen Innovation, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Berufsausbildung.
 
Anlässlich des Beginns der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft diskutierten die Wirtschaftsministerinnen und Wirtschaftsminister der 28 Mitgliedstaaten in Wien über die Wettbewerbsfähigkeit und Zukunft der europäischen Industrie.
 
Zudem waren auch Vertreterinnen aus Norwegen, der Schweiz, dem Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und dem Ausschuss der Regionen sowie aus der Wirtschaft zugegen. Ziel ist eine langfristige Vision für eine starke und erfolgreiche gemeinsame Industriepolitik.
 
Ein paar Zahlen und Fakten: Die europäische Industrie verantwortet 68 Prozent der EU-Exporte und bietet über 36 Millionen Menschen einen Arbeitsplatz, direkt und indirekt sichert sie die Beschäftigung von 52 Millionen Menschen. 80% der FuE-Ausgaben im Unternehmenssektor fallen in der EU auf die Industrie.
 
Das von der EU gesteckte Ziel, bis zum Jahr 2020 mindestens 20% des europäischen Bruttoinlandsprodukts durch die Industrie zu erwirtschaften, wurde bislang nicht erreicht. 2016 lag ihr Anteil an der Wertschöpfung in der Europäischen Union bei lediglich 17,1%.
 
Anknüpfend an die Bestrebungen der vorhergehenden Ratspräsidentschaften Estland und Bulgarien hat sich der österreichische Ratsvorsitz vorgenommen, einen entscheidenden Beitrag auf dem Weg zu einer europäischen Industriestrategie 2030 zu leisten.
 
Im Kern soll nach Ansicht der EU Minister eine neue innovative und digitale Industriepolitik entstehen, die einen dreifachen Ansatz verfolgt:
 
• Innovation stärken: Konzentration auf den bedeutenden europäischen Wettbewerbsvorteil durch Stärkung des Innovationsprinzips.
 
• Digitalisierung nutzen: Erkennung und Vereinnahmung der großen Potentiale im Bereich Künstliche Intelligenz (AI). Digitalisierung zur Reindustrialisierung Europas nutzen.
 
• Qualifikationen ausbauen: Dank hoch qualifizierter Fachkräfte fit für die Zukunft bleiben.
 
Die Ergebnisse der Tagung dienen als Grundlage für ein Presidency Paper zur künftigen Vision für eine neue Industriepolitik. Darüber hinaus strebt der österreichische Ratsvorsitz konkrete Fortschritte auf EU-Ebene an. Dazu gehören beispielsweise die Konzeption eines Monitoring- Mechanismus zur Umsetzung der europäischen Industriepolitik oder auch eine Vorlage für Vorschläge zu effektiven Governance-Strukturen.

Quelle: BMBF, Kooperation International