Wirtskeller Sankt Georg

September 2020

Gastronomie in historischen Mauern

Das Gebäude mit dem eindrucksvollen Äußeren wurde 1582 im Stil eines Fachwerkhauses der Spät-Renaissance errichtet. Heute ist das Baumann’sche Haus in Eppingen nicht nur wegen seiner besonderen Historie bekannt, sondern auch als „Wirtskeller Sankt Georg“ – eine Empfehlung für Schlemmer und Genießer.
Es gilt als eines der schönsten Fachwerkbauten in Baden. Einst hatte das Haus der Viehhändler und Metzger Hans Ziemer für sich und seine Familie gebaut. Die zahlreichen Verzierungen, Schnitzereien im Fachwerk sind ungemein aufwändig gearbeitet und verleihen dem Haus den Hauch des Einmaligen. Selbst auf einer Briefmarke wurde dieses Baudenkmal vor einiger Zeit „verewigt“. Heute wird es für die Gastronomie genutzt. Im Kellergewölbe befindet sich das Restaurant „Wirtskeller Sankt Georg“ mit rund 50 Sitzplätzen, inklusive der offenen Küche. Zum Wirtshaus gehören noch zwei weitere Räume für Feiern von Familien oder Firmen. Einer mit 30, der andere mit 20 Sitzplätzen. Dabei vor allem die markante Renaissance-Stube, die den typischen Stil kennzeichnet und etwas vom Lebensgefühl der damaligen Epoche erahnen lässt. In der Saison, vor allem bei schönem Wetter, sitzen die Gäste natürlich gerne auf einer kleinen Außenterrasse, genießen die kulinarischen Angebote und die sympathische Gastfreundschaft.
 
Rezepte aus verschiedenen Kulturen
Das beeindruckende Gebäude wurde 1999 von den Brüdern Ramé und Shaqir Shala von der Stadt Eppingen erworben. Nach einer Renovierung eröffneten die beiden im Jahr 2000 das Wirtshaus. Sie selbst stammen aus dem Kosovo und kamen in der Zeit der Jugoslawien-Krise und den Unruhen als junge Leute nach Deutschland, um in der Gastronomie zu arbeiten. Der eine im Service, der andere als Koch. Shaqir liebt geradezu die Arbeit in der Küche. Gerne orientiert er sich an italienischen oder französischen Rezepten, aber auch deutsche Klassiker, regionale Besonderheiten aus Süddeutschland, hier dem Kraichgau, sind ihm wichtig. Natürlich dürfen kosovarische Einflüsse und Reminiszenzen nicht fehlen. Er benutzt eine Vielzahl von edlen Gewürzen, frischen Kräutern wie Thymian, Bärlauch, Kresse, Petersilie und weitere. Wenn möglich sollen die Bestandteile seiner Küche, die Produkte und Zutaten, aus der Region stammen. Er verkörpert einen Typus, der die besten Rezepte aus verschiedenen Kulturen zur Geltung bringen möchte, aber dabei bodenständig bleibt. Im Frühling sammelt er selber gerne Kräuter, in der herbstlichen Pilzsaison ist er gelegentlich auf der Suche nach Pfifferlingen, Maronen und anderen geschmackvollen Sorten im heimischen Wald unterwegs.
 
Ein Blick auf die Speisekarte verrät eine große Vielfalt: Nudelgerichte, Spezialitäten aus dem Kraichgau, Pizza, Fisch, diverse Fleisch- und vegetarische Gerichte. Ein Menüplan für den wechselnden wöchentlichen Mittagstisch wird für Stammgäste immer aktuell vorbereitet. Spontan kommende Gäste sind zum Beispiel Radfahrer, die auf verschiedenen Routen in die Stadt radeln und nach einer Pause weiterfahren wollen. In der Zwischenzeit ist ja vermutlich der Akku vom E-Bike wieder aufgeladen. Das Angebot an Getränken ist vielseitig. Es reicht von alkoholfreien Getränken bis hin zu edlen Weinen oder feinen Biersorten der Eppinger Traditionsbrauerei Palmbräu.

Die Brüder Shaqir (links) und Ramé Shala.

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Er liebt das Kochen: Shaqir Shala.

Vorfreude auf die Gartenschau
Das angrenzende Altstadthotel „Wilde Rose“ übernahm die Familie Shala im Jahr 2010. Es bietet zehn Zimmer zur Übernachtung mit Frühstück an. Ein neues kleineres Gästehaus mit acht Zimmern kam im Zeitraum 2018/2019 hinzu, das modern wirkt und sich trotzdem in das Altstadt-Ambiente nahtlos einfügt. Vorher stand auf dem Grundstück ein altes Fachwerkhaus mit maroder Bausubstanz, das nicht mehr saniert werden konnte. Man ließ es abtragen und das vorhandene Fachwerk wieder in den Neubau integrieren.  Die Gastronomen bekennen, dass der Corona-Lockdown sie sehr schwer getroffen habe. Viele Stammgäste hätten sie aber durch Bestellungen zur Abholung unterstützt, für den Familienbetrieb ein deutliches Zeichen der Wertschätzung. Nach der Öffnung im Mai und mit dem Einhalten der notwendigen Hygiene-Regeln ginge es aber derzeit wieder langsam bergauf. Passend sei, dass im kommenden Jahr die Landesgartenschau 2021 in Eppingen stattfinden wird. Durch die direkte Nähe zum Gelände sei diese Veranstaltung eine einmalige Gelegenheit, neue Gäste kennenzulernen. Da wird der Wirtskeller Sankt Georg sicherlich mit besonderen Angeboten glänzen und mit herzlicher Gastlichkeit überzeugen können.
 
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