Lieblingsplatz

September 2019

Der Lieblingsplatz

Ein kreativer Koch, ein Unternehmensberater auf Umwegen und ein gemeinsames Projekt – Genießen in der Region zu Gast im Lieblingsplatz, Neckarwestheim.
Nach vielen erfolgreichen Jahren als Chef einer Unternehmensberatung war Hartmut Kümmel auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Er verkaufte seine Unternehmensanteile und investierte in ein Gebäude am Neckarwestheimer Marktplatz. Seine Idee: das Gebäude – ehemals eine Bank – zu renovieren, um darin Gastronomie zu ermöglichen. Eine Herausforderung, denn die Anforderungen an gastronomische Betriebe sind groß.
 
Schritt in die Selbstständigkeit
Da Hartmut Kümmel selbst kein Gastronom ist, holte er sich für seine Idee fachliche Unterstützung ins Haus. Durch eine Ausschreibung lernte er Jonas Kachel und dessen Lebensgefährtin Merlene Gruzdov kennen. Kachel, gelernter Koch, und Gruzdov, ausgebildete Konditorin, überzeugten mit ihrem Konzept und ihrem Können. Beide arbeiteten damals für das Schlosshotel Monrepos in Ludwigsburg, doch ihr Wunsch nach Selbstständigkeit war groß. Und gemeinsam mit dem Ehepaar Kümmel wagten sie den Schritt.
 
Positive Resonanz
Im Februar 2019 eröffnete das Restaurant und Cafe Lieblingsplatz und erweist sich bereits jetzt als Volltreff er. „Wir sind sehr glücklich, dass unser Lieblingsplatz so gut bei den Gästen ankommt. Mit dieser großen positiven Resonanz hatten wir im Vorfeld gar nicht gerechnet“, erklärt Kümmel. Er und seine Frau Jutta halten zwei Teile an der eigens gegründeten GmbH, der dritte Teil fiel an Jonas Kachel. Und so sind auch die Arbeitsbereiche aufgeteilt: Das Ehepaar Kümmel kümmert sich um Buchhaltung und die betriebswirtschaftlichen Aspekte, während Kachel hauptsächlich in der Küche und Konditorin Gruzdov in der Patisserie zu finden sind.
 
Macht neugierig
Die Küche ist modern und kreativ. Küchenchef Kachel ist immer auf der Suche nach Inspirationen. „Man muss immer wieder an Grenzen gehen, immer Neues ausprobieren – wenn Himbeere nicht zu Rosmarin passt, dann passt sie vielleicht zu Thymian“, erklärt Kachel seine Philosophie. Die Speisekarte vom Lieblingsplatz bietet für jeden Geschmack etwas: Vegetarier, Fischfreunde aber auch Veganer und Fleischfans kommen auf ihre Kosten. Die Gerichte auf der Karte haben oft Neugier weckende Namen wie „Gesund und rund“ – ein gemischter Salat mit Falafel, oder „Schmackofatz“ – ein Salat mit karamellisiertem Ziegenkäse sowie „Henne im Maismantel“ – Hühnchen in Cornflakes mit buntem Gemüse und Emmentaler.

Man muss immer wieder an Grenzen gehen, immer Neues ausprobieren.Jonas Kachel, Koch  

Marlene Gruzdov, Jonas Kachel und Hartmut Kümmel (v.l.) freuen sich über den gemeinsamen Erfolg.

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Reh im Sommer
Eine Besonderheit auf der Karte ist sicherlich die „Schönheit“. Eine Artischocke, die mit unterschiedlichen Dips gereicht wird. „Die Gäste sind zu Beginn oft skeptisch. Artischocken kennen die meisten nur aus dem Glas oder von der Pizza. Aber dann kann ich sie am Ende doch von der Qualität und dem Geschmack der Artischocke überzeugen“, sagt Kachel. Es ist ihm eine Herzensangelegenheit, seinen Gästen neue Geschmackserleb Geschmackserlebnisse näherzubringen. Und so gibt es auch im Sommer schon mal Reh auf der Karte. Dann allerdings nicht mit deftigen Klößen, sondern mit leichten Asianudeln. Und den Gästen schmeckt es. Auch die feinen Gebäck- und Kuchenkreationen sowie Pralinen und Macarons von Merlene Gruzdov kommen gut an. „Am Sonntagnachmittag gibt es hier zur Kaffeezeit keinen freien Platz mehr. Reservierung unbedingt erwünscht“, erklärt Kümmel. Auch für den Brunch, der einmal im Monat im Lieblingsplatz stattfindet, lohnt sich eine Reservierung.
 
Danke
Neben der Qualität und der Regionalität der verwendeten Produkte – die Eier und das Fleisch beziehen sie zum Beispiel aus Neckarwestheim - legt das Team vom Lieblingsplatz großen Wert auf das gewisse Etwas. Und so bekommt jeder Gast schon vor der Bestellung erstmal Wasser serviert. „Das gibt es in Deutschland eher selten, aber für uns ist das hier eine Selbstverständlichkeit. Ebenso wie die kleine Kugel Eis, die zu jedem Cappuccino gereicht wird. Wir wollen dem Gast damit auch ‚danke‘ sagen. Denn ansonsten wären wir heute alle nicht hier“, erklärt Jonas Kachel seine Sicht. Der kommunikative Koch steht auch selbst immer wieder gerne im Gastraum und sucht den Kontakt zum Gast. Kachel: „Nur so bekomme ich die direkte Resonanz. Das spornt mich an, immer noch besser zu werden.“
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