Krone Krautheim

Mai 2019

Wieviel Tradition braucht ein Landgasthof?

Die Krone in Krautheim setzt auf Stammgäste und Touristen.
Seit der Gründung des Landgasthofs Krone in Krautheim im Jahr 1879 haben vier Generationen die Geschicke des Hauses geleitet. Der heutige Inhaber Wolfgang Riegler blickt mit viel Respekt auf die Leistung der Urgroßeltern, Großeltern und Eltern. Urgroßvater Wilhelm Riegler kaufte vor 140 Jahren das Gasthaus mit einer kleinen Metzgerei. Diese für den ländlichen Raum typische Konstellation in Verbindung mit einer kleinen Landwirtschaft führte sein Sohn Josef mit seiner Frau weiter.

Die nächste Generation übernahm den Betrieb nach dem zweiten Weltkrieg im Jahr 1948. „Das war mein Vater“, erklärt Wolfgang Riegler. „Er hat 1960 den alten Gasthof dann grundlegend erneuert. Das alte Gebäude wurde fast komplett abgerissen und wieder neu aufgebaut.“ 1980 folgte nochmals eine Erweiterung zu dem Landgasthof, den die Gäste heute kennen. Er bietet neben dem Restaurant eine rustikale Gaststube und einen Raum für Veranstaltungen – von der Familienfeier bis zum Ritteressen.
 
Von der Pike auf gelernt
Wolfgang Riegler hat sein Handwerk von der Pike auf gelernt. Auf der Basis einer Ausbildung als Koch und als Metzger ist er auch diätetisch geschulter Koch und Küchenmeister. Bei der IHK Heilbronn-Franken engagiert er sich als Prüfer. 1989 übernahm er den Betrieb von den Eltern, die auch danach noch unermüdlich im Gasthof mitgearbeitet haben.

Als Familienbetrieb im ländlichen Raum steht die Krone nahezu exemplarisch für die Herausforderungen, denen sich die Gastronomie heute gegenübersieht. Veränderte Ausgehgewohnheiten der Gäste, der Wunsch nach neuen Angeboten und auf der anderen Seite die Probleme bei der Personalgewinnung, speziell bei der Suche nach Azubis.
 
Tourismus als wichtiges Standbein
Ein kleines Werbeplakat aus den 1960er Jahren, das im Gastraum eingerahmt an der Wand hängt, wirbt mit Fernsehen als besondere, zusätzliche Attraktion zum gemütlichen Aufenthalt im Gasthaus zur Krone. Heute muss sich Wolfgang Riegler wesentlich mehr einfallen lassen, um die Gäste nach Krautheim und in sein Haus zu holen.

Radtouristen aus ganz Deutschland haben für ihre Touren zunehmend auch Hohenlohe entdeckt. Wer dabei in Krautheim Station machen möchte, findet in der Krone einen eigenen Service. Vor allem, da sich der Gasthof im höher gelegenen Teil des Städtchens in der Nähe der Burg befindet. „Wir holen auf Wunsch unser Gäste aus dem Tal ab“, erklärt Wolfgang Riegler. „Viele haben zwar inzwischen ein E-Bike, aber der Anstieg ist für die anderen schon ziemlich anstrengend. Für die Fahrräder haben wir eine eigene Garage. Die Räder sind ja heute oft ziemlich wertvoll.“
 
Events und klassische Gastronomie
Wer länger in Krautheim verweilen und die Umgebung erkunden möchte, kann dazu auch ins Kanu steigen. 40 eigene Kanus stehen im hauseigenen Verleih zur Verfügung. „Wir haben eine Lizenz für Kocher, Jagst und Tauber und bieten eigene Touren an“, sagt Wolfgang Riegler. Der ausreichende Wasserstand in den Flüssen ist dafür natürlich Voraussetzung. Die passende Bewirtung, wie zum Beispiel ein Barbecue, rundet die Kanutour als ganztägiges Event ab.
+ 4
Sind Events die Zukunft des Geschäfts? Für die Krone sind sie zumindest ein wichtiger Teil des Angebotes und die zeitgemäße Ergänzung zur klassischen Gastronomie eines Landgasthofs. „Wir haben unsere Stammgäste aus Krautheim und Umgebung“, erklärt Riegler. „Aber die Event- und Übernachtungsgäste brauchen wir genauso.“ Für sie organisiert er Ritteressen, Grillbuffets oder gastronomische Themenwochen. Denn die Tradition der einheimischen Küche wird in der Krone noch groß geschrieben. „Wir bieten zwar auch internationale Gerichte“, sagt der Küchenchef.

„Aber unsere Gäste schätzen die hausgemachten Spezialitäten, selbst gemachte Fleisch- und Wurstwaren und je nach Jahreszeit die Wildgerichte. Wir verwenden dafür nur Wild aus hiesigen Wäldern.“ Davon zeugt auch eine Plakette neben der Eingangstür.
 
Tochter Caroline ist bei der Berufswahl in die familiären Fußstapfen getreten. Nach einer Ausbildung zur Köchin hat sie ein Bachelor- Studium in BWL mit Schwerpunkt Food Management absolviert und arbeitet inzwischen im Hotel-Restaurant Anne-Sophie in Künzelsau. Ob sie wohl irgendwann den Familienbetrieb übernimmt? Der Vater würde sich freuen. Zeitdruck bei der Unternehmensnachfolge besteht noch nicht. „Sie soll ihren eigenen Weg einschlagen“, sagt er. Und falls der Weg sie wieder nach Krautheim führen sollte, umso besser.
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