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12. Juli 2018
Firmenporträt Bauernhofeis

Eiszeit

Wer durch die Tür zu Marlieses Bauerhofeis tritt, bemerkt es sofort: Es riecht fruchtig und süß, nach frischen Erdbeeren und Rhabarber. Wer einen Schritt weiter in Marlieses Eisküche geht, weiß warum.
Im Jahr 1990 heiratete die gelernte Zahnarzthelferin Marliese ihren heutigen Ehemann Jochen und damit auch in seinen Landwirtschaftsbetrieb ein. Noch einige Jahre arbeitete sie weiter in ihrem Beruf, hatte aber immer mehr den Wunsch, auch auf dem Hof in Bad Wimpfen mitzuarbeiten und dessen Leistungsspektrum zu erweitern. 2003 stieß sie auf die holländische Marke „Bauernhof-Eis“, unter der in ganz Europa qualitativ hochwertiges Eis direkt auf Bauernhöfen produziert und verkauft wird. Schnell beschloss Marliese Schmidt auch in Eisproduktion und –verkauf einzusteigen und eröffnete am 18. Dezember „Marlieses Bauernhof-Eis“. Marliese Schmidt: „Unser Eis kam direkt sehr gut an. Schon am Eröffnungstag waren alle Eissorten restlos ausverkauft.“

Waschen, kochen, pürieren
In einer ehemaligen Scheune auf dem Bauernhof der Schmidts befindet sich heute Marlieses Eisküche. Marliese Schmidt: „In enger Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt haben wir die Scheune umgebaut, sodass alle Vorschriften für die Eisproduktion erfüllt sind.“ Anschließend lernte sie von einem Eiskonditor, wie sie das qualitativ hochwertige Bauernhofeis selbst herstellen kann. Wichtig dabei ist stets, dass ein Fruchteis  mindestens 50 Prozent Fruchtanteil besitzt und auf Aromen und Geschmacksverstärker verzichtet wird.
Für ein Rhabarbereis verwendet Marliese Schmidt beispielsweise frischen Rhabarber, welcher gewaschen, gekocht, püriert und gesiebt wird. Anschließend wird die Masse mit Zucker, Zitronenwasser und Johannisbrotkernmehl versetzt. „Dann kommt sie in die Eismaschine und wird dort zentrifugiert, das heißt  geschleudert sowie erhitzt und somit haltbar gemacht“, erklärt sie und fährt fort: „Direkt danach wird die Masse gekühlt und wenn sie kalt genug ist, von mir in unterschiedlich große Behältnisse gezapft.“ Soll statt einem Erdbeersorbet ein Erdbeereis entstehen, kommt außerdem frische Milch vom Bauernhof und Eigelb als Bindemittel hinzu. „Unser Eis ist absolut glutenfrei und unsere Sorbets natürlich auch laktosefrei“, sagt Marliese Schmidt stolz. Ein weiterer Vorteil des Bauernhofeises ist, dass es nicht mit Luft aufgeschlagen wird und somit deutlich ergiebiger ist, als industriell hergestelltes Eis.

Wachsendes Interesse
2003 war Marliese Schmidt noch allein in ihrer Eisküche. Mittlerweile hat sie zwei Mini-Jobberinnen eingestellt,  die ihr bei der Eisproduktion helfen, und weitere drei, die im Verkauf im Eiswagen tätig sind. „Im Sommer, unserer Hochsaison, stellen wir vier Mal pro Woche etwa 140 Liter Eis pro Tag her, wobei eine Eissorte jeweils etwa eine Stunde Zeit in Anspruch nimmt“, erklärt die 51-Jährige. Die Hauptabnehmer sind Bauernhofcafés und Firmen, die das Eis bei Firmenfesten oder einem Tag der offenen Tür anbieten. Doch auch Privatkunden besuchen Marlieses Bauernhofladen regelmäßig und freuen sich über das hochwertige Eis. „Unsere Kunden  schätzen unsere Authentizität und Ehrlichkeit. Sie wissen, was in unserem Eis drin ist und das schmecken sie auch.“ Für die Zukunft rechnet Marliese Schmidt mit wachsender Nachfrage: „Den Menschen wird es immer  wichtiger, die Inhaltsstoffe ihrer Nahrungsmittel zu kennen und sie achten mehr auf Allergien und Unverträglichkeiten als früher“, weiß die dreifache Mutter.

Marlieses Eistörtchen

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Marliese Schmidt

Sorten und Torten
Über 40 verschiedene Eissorten hat Marliese Schmidt mittlerweile in ihrem Sortiment. Darunter auch einige ausgefallene Kreationen wie Salz-Karamell, Passionsfrucht-Karotte oder Banane-Buttermilch. „Am meisten verkaufen wir jedoch nach wie vor die Klassiker: Vanille-, Schoko- und  Erdbeereis“, sagt sie. Saisonale Eissorten sind Rhabarber, Sauerkirsch-Brombeere und Stachelbeere im Sommer und Bratapfel, Spekulatius und Lebkuchen im Winter. Hin und wieder gibt es außerdem auf Wunsch der Kunden Liköreis, hergestellt aus deren eigenem Likör.

Das Lieblingseis der Inhaberin bleibt jedoch nach wie vor Joghurteis mit Früchten. Neben den unterschiedlichen Eissorten kreiert Marliese Schmidt mit ihrer Tochter auch Eistorten: „Wir stellen Torten und Törtchen ganz nach den Wünschen unserer Kunden her. Vor kurzem beispielsweise eine Torte mit drei Stockwerken und neun verschiedenen Eissorten“, sagt Marliese Schmidt. Ihre Tochter ist gelernte Konditorin und macht gerade ihren Meister.

Für die Zukunft könnte  es sich Marliese Schmidt deshalb gut vorstellen, ein eigenes Bauernhofcafé zu eröffnen und dort ihre Torten und natürlich auch das Bauernhofeis als Kugel zu servieren. Marliese Schmidt:„Ob wir das tatsächlich in die Tat umsetzen, steht noch in den Sternen. Was ich aber ganz sicher weiß, ist dass wir uns treu bleiben und die Qualität halten, die wir nun seit über 15 Jahren bieten.
 

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