Geld + Märkte

23. August 2019
Kommentar

Immer mehr Druck

DIHK-Hauptgeschäftsführer Wansleben zum BIP im 2. Quartal 2019.
„Die Konjunktur hat sich merklich abgekühlt. Nach dem guten Jahreseinstieg sind die Unternehmen in der harten konjunkturellen Realität angekommen. Dabei ist derzeit keine Wende in Sicht.
 
In der DIHK-Konjunkturumfrage berichten die Betriebe von einem deutlich verdunkelten Ausblick. Die Geschäftserwartungen gehen in allen Branchen zurück. Die Erwartungen an das Auslandsgeschäft sind so niedrig wie seit zehn Jahren nicht mehr. Die internationalen Handelskonflikte, Unsicherheiten in zentralen Regionen der Ölversorgung sowie ein noch immer ungelöster Brexit hinterlassen deutliche Spuren.

DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben

Die deutschen Hidden Champions im Maschinen- und Anlagenbau bekommen die Abschwächung der Weltkonjunktur sehr früh und stark zu spüren.
Umso wichtiger ist es jetzt, die Probleme im Inland anzupacken. Die Unternehmen geraten am Standort Deutschland wegen der Belastung mit Steuern und Bürokratie immer mehr unter Druck.
 
Während der Durchschnitt der Steuerbelastung für Unternehmen in den westlichen Industrieländern bei rund 24 Prozent liegt, zahlen Personen- und Kapitalgesellschaften hierzulande rund 30 Prozent Unternehmenssteuern – teilweise sogar noch mehr. Wenn wir hier nicht gegensteuern, wird die deutsche Wirtschaft bei nachlassender Konjunktur regelrecht in die Zange genommen.“