Geld + Märkte

19. Juni 2019
Kommentar

Fast jedes zweite Unternehmen betroffen

DIHK-Präsident Eric Schweitzer zum vorgestellten Trade Barrier Report der EU-Kommission.
„Protektionismus ist im Außenhandelsgeschäft weiterhin auf dem Vormarsch. Das spüren die international aktiven deutschen Unternehmen in ihren Geschäften deutlich, schließlich hängen ein Viertel der Jobs und jeder zweite Arbeitsplatz in der Industrie vom Welthandel ab:
 
Laut aktueller DIHK-Umfrage geben 46 Prozent der Betriebe an, seit dem letzten Jahr von neuen Handelshemmnissen betroffen zu sein – also fast jedes zweite Unternehmen. Die Exporterwartungen sind so niedrig wie seit 10 Jahren nicht mehr, auch weil sich die Unternehmen bei ihren Auslandsaktivitäten oft mit Hemmnissen wie Zöllen oder Lokalisierungszwängen zu Gunsten heimischer Wettbewerber konfrontiert sehen.

DIHK-Präsident Eric Schweitzer.

Für etliche Unternehmen hat die EU in den letzten Jahren durch Abkommen mit Japan und Kanada die Geschäfte erleichtert. Angesichts der handelspolitischen Herausforderungen bieten weitere ehrgeizige Abkommen, etwa mit Mercosur, die Chance, mehr für die Wirtschaft zu erreichen. Es muss deutlich eingefordert werden, dass europäische Unternehmen im Ausland dieselben Zugänge haben wie ausländische Unternehmen hierzulande. Ganz oben auf die To-do-Liste der EU gehören zudem die Stärkung der WTO und die Unterstützung des Mittelstandes bei der Umsetzung von Freihandelsabkommen.“