Die Region Heilbronn-Franken verliert beim Breitband- und Mobilfunkausbau immer mehr den Anschluss. Die nicht vorhandene Verfügbarkeit von Glasfaseranschlüssen wird zum zentralen Innovations- und Investitionshemmnis. Die Versorgung mit Gigabitanschlüssen ist ein Schlüsselkriterium bei der Standortwahl von Unternehmen.
 
Dringender Handlungsbedarf
In ihrer Sitzung am 5. Dezember 2019 hat die Vollversammlung der IHK Heilbronn-Franken die Forderung der Wirtschaft nach Bildung einer Gigabit-Allianz nochmals angemahnt. Eine aktuelle von der IHK in Auftrag gegebene Studie der Unternehmensberatung PricewaterhouseCooper (PwC) untermauert die Forderungen der Wirtschaft (siehe Seite 16). Eine Beschleunigung und Konzentrierung der Ausbaubemühungen mit Blick auf die derzeitige und absehbare Versorgungssituation sowie des daraus abgeleiteten dringenden Handlungsbedarfs wird dort als alternativlos bewertet.
 
Tempo aufnehmen
Voraussetzung für ein solch konzertiertes Vorgehen ist die Übernahme von organisatorischer und finanzieller Verantwortung durch die Landkreise und Kommunen. Als interkommunale Plattform für den im ersten Schritt notwendigen Steuerungskreis kann bis zur Gründung einer neuen Organisation dabei die Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken (WHF) dienen. Hier bemängelte die Vollversammlung allerdings, dass bereits jetzt zu viel Zeit vergangen sei, ohne dass ein planvolles Vorgehen zu erkennen wäre, zumal neben der Region Stuttgart auch die Region Frankfurt- Rhein-Main auf diesem Gebiet aktiv geworden und beide bereits weiter vorangekommen seien. IHK-Hauptgeschäftsführerin Elke Döring: „Wir kommen viel zu langsam vom Fleck.“ Bereits im Dezember 2018 hatte die IHK-Vollversammlung eine Gigabit- Allianz Heilbronn-Franken gefordert und nachdem sich nichts getan hatte, mit einer Resolution zur Gründung einer Allianz am 24. Juli 2019 nachgelegt (siehe w.news-Ausgabe September). Döring: „Wir haben einen Sprint erwartet, aber es ist ein Marathon geworden.“ Und dies liege vor allem daran, dass „zu fragmentiert und kleinteilig“ agiert werde.

„Wir kommen viel zu langsam vom Fleck.“ - IHK-Hauptgeschäftsführerin Elke Döring

 
Spitzengespräch gefordert
Elke Döring unterstrich: „Der Gigabitausbau ist eine Aufgabe der Gebietskörperschaften, die eine Struktur vorgeben müssen. Die Kammer kann Dinge nur anschieben, nicht aber öffentliche Aufgaben übernehmen und finanzieren. Dies ist schon allein aus rechtlicher Sicht nicht möglich, da die IHK andernfalls ihre gesetzlichen Kompetenzen überschreiten würde.“ Zur Konkretisierung der weiteren Vorgehensweise beim dringend nötigen Gigabitausbau forderte die IHK-Vollversammlung daher ein zeitnahes Spitzengespräch zwischen den vier Landkreisen, der Stadt Heilbronn und der IHK-Geschäftsführung.

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