Auch Unternehmen sollten dafür offen sein und sich klimabewusst aufstellen. Einige Betriebe machen es vor: Als Vorbilder mit Weitblick zeigen Sie bereits heute, dass wirtschaftlicher Erfolg und Klimaschutz zusammengehören und zukünftig immer mehr voneinander abhängen werden. Millionen zu investieren ist dabei nicht immer notwendig. Mit vielen kleinen Maßnahmen können Unternehmen – Stück für Stück – erstaunlich viel tun. Hier eine kleine Auswahl: 
 
CO2-Emissionen:
Die Reduktion klimaschädlicher Gase steht sowohl bei der EU als auch bei der Bundesregierung ganz oben auf der Liste der Klimaschutzziele. Die Einführung einer CO2-Bepreisung wird aktuell diskutiert. Klimabewusste Unternehmen sollten sich daher mit den CO2-Emissionen ihres Unternehmens beschäftigen. Erste Anhaltspunkte liefert zum Beispiel ein Softwaredemonstrator der iph Hannover.

Neben der Menge der ausgestoßenen CO2-Emissionen liefert das Tool auch Ideen für Maßnahmen, um die Ökobilanz zu verbessern. Einen weiteren CO2-Rechner für Unternehmen stellt auch die KlimAktiv gGmbH zur Verfügung: https://klimaktiv.co2-rechner.de/ 
 
Geschäftsreisen:
Je nach Branche und Tätigkeitsfeld des Unternehmens sind Geschäftsreisen in unterschiedlichen Dimensionen notwendig. Eine Alternative zu einer dienstlichen Reise stellt die Nutzung digitaler Medien zum Beispiel zur Durchführung von Videokonferenzen oder Teilnahmen an Webinaren dar. Ist dies nicht möglich und ein persönliches Treffen notwendig, können beispielsweise Dienstreisen mehrerer Mitarbeiter koordiniert werden (gemeinsame Anreise mit dem Dienstwagen) oder es kann auf den öffentlichen Personenverkehr ausgewichen werden.

Manchmal sind auch Flüge unverzichtbar. Wer dann etwas für die Umwelt tun und die Emissionen über Ausgleichszahlungen kompensieren will, kann dies über einen der zahlreichen Anbieter realisieren. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des Umweltbundesamtes unter www.umweltbundesamt.de.
 
Fuhrpark:
Ein sensibles Thema ist die Ausstattung des Unternehmens mit Dienstfahrzeugen. Sinnvoll ist die Erstellung einer Übersicht, wie oft welches Fahrzeug bewegt wird und welche Strecken damit zurückgelegt werden. Dies stellt eine wichtige Entscheidungsgrundlage für die Beschaffung neuer Dienstfahrzeuge dar. Des Weiteren ermöglicht es eine Übersicht über die durch Dienstfahrten entstandenen CO2-Emissionen, die bei Bedarf wieder kompensiert werden können.
 
Materialbeschaffung/-effizienz und Wiederverwertbarkeit:
Soweit möglich sollten Unternehmen zur Beschaffung von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen auf regionale Anbieter zurückgreifen, um CO2-Emissionen zu vermeiden und die regionale Wirtschaft zu stärken. Des Weiteren bietet es sich bereits bei der Entwicklung neuer Produkte an, auf deren Zusammensetzung zu achten. Zusätzlich sollten Wiederverwendungsmöglichkeiten sowohl des Produkts als auch seiner Einzelbestandteile geprüft werden.
 
Intralogistik:
Im innerbetrieblichen Warenverkehr sind möglichst kurze Wege sinnvoll. Dies ermöglicht eine intelligente Lagerhaltung, die bei den meisten Unternehmen allein schon aus Kostengründen bereits umgesetzt sein dürfte. Der Einsatz von Elektrostaplern ist in den Innenbereichen verpflichtend. Auch hier empfiehlt sich eine Übersicht über deren Auslastung und Ladezyklen. Eventuell lässt sich durch intelligente neue Ladetechnologien und Wechselbatterien die Anzahl der Stapler noch reduzieren.
 
Verpackungsmaterial:
Generell sollte – wie auch beim Umgang mit Abfall – der Grundsatz gelten: Vermeidung vor Wiederverwendung, vor Verwertung, vor Beseitigung. Auch weil Verpackungsmaterial nach dem neuen Verpackungsgesetz in bestimmten Fällen registrierungspflichtig ist, empfiehlt es sich, Alternativen zu überprüfen. Ganz ohne Transportverpackungen wird es in den meisten Fällen nicht gehen.

Bei Großkunden/-lieferanten bieten sich Mehrwegverpackungen an. In weiteren Fällen empfiehlt es sich, recyclebare Materialien nach dem Grundsatz „so viel wie nötig und so wenig wie möglich“ zu verwenden. Selbstverständlich steht der Schutz der zu versendenden Ware im Vordergrund.
 
Strom- und Wärmeverbrauch
Die Reduktion des Energieverbrauchs und die Steigerung der Energieeffizienz von Produktion, Verwaltung und sonstigen Betriebsteilen ist ein weiteres Klimaziel der Bundesregierung. Für Unternehmen bieten sich hier vielfältige Möglichkeiten, bares Geld einzusparen. Darüber hinaus werden energetische Verbesserungsmaßnahmen im Rahmen zahlreicher Förderprogramme von verschiedenen Fördergebern finanziell unterstützt. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) können hier profitieren.

Eine Recherchemöglichkeit für geeignete Fördermittel bietet die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie unter www.foerderdatenbank.de. Weitere Unterstützung erhalten Unternehmen auch durch die IHK.
 
Managementsysteme für Energie und Umwelt:
Die Einführung und Umsetzung eines Managementsystems ermöglicht es einem Unternehmen systematisch, gezielt, geplant und vor allem dauerhaft an die Umsetzung der Unternehmenspolitik und der Unternehmensziele heranzugehen. Das Managementsystem leitet eine Strukturierung der Unternehmensprozesse ein, beinhaltet Vorgaben zu deren Steuerung und optimiert laufend die im Unternehmen bestehenden Abläufe und Prozesse (kontinuierlicher Verbesserungsprozess).

Die branchen- und bereichsspezifischen Normen, wie zum Beispiel die ISO 14001 oder EMAS im Umweltmanagement oder die ISO 50001 im Energiemanagement, geben eine Anleitung, wie bei der Einführung vorzugehen ist. Dieses Vorhaben ist zeit- und kostenintensiv, ermöglicht den Unternehmen jedoch eine dauerhafte Berücksichtigung des gewünschten Themas. Mit Hilfe von beispielsweise Studenten eines einschlägigen Studiengangs und/oder erfahrenen Beratern, lässt sich die Einführung von Managementsystemen in Unternehmen angehen. Entscheiden sich Unternehmen gemeinsam mit anderen Betrieben einen Berater zu teilen, gibt es bei Umweltmanagementsystemen die Möglichkeit der Förderung (Konvoiförderung).

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